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Dienstag, 2. September 2014

NFA: Tochterpyjama

Die Tochter ist diese Woche wieder mal auf Klassenfahrt.
Diesmal nennt sich das ganze Kennenlernfahrt und findet deshalb gleich zu Beginn des neuen Schuljahres mit den neuen Mitschülern der neuen Oberschulklasse statt. Eine schöne Idee finde ich, meine Tochter findet das alles eher gruselig und sich damit voll überfordert.
Mein textiles Mutterherz hatte deshalb die Idee, als schwachen Trost immerhin ein liebevolles Mitgebsel zu nähen: Einen neuen Pyjama für geborgenen Schlaf.

Gepunktete türkise Baumwolle mit Gartenzwergen und Igeln, als Nachtwäsche findet sie das noch (oder schon wieder?) süß.
Der Schnitt ist aus einer älteren Burda, er lag schon fertig kopiert aber lausig beschriftet in meinem Schnittordner.
Es ist eine kleine Erwachsenengröße, der Anzug hat deshalb eine gemütliche Passform und wird wohl ein Weilchen passen.
Kragen und Belege habe ich mit dünner Einlage bebügelt. Die Kanten innen nur mit der Overlock versäubert.
Tunnel für den Gummizug.

Alles ganz klassisch ohne großen Schnick-Schnack. Da kann der Stoff ganz in Ruhe sprechen :)))

P.S.: Falls euch die Knöpfe bekannt vorkommen, die befanden sich vor kurzem noch an meiner grünen Srickjacke. 
vorher   -    nachher
Mir gefiel -nachem ich die Fotos für mein Blog gemacht hatte- die ganze Blende nicht mehr. Auch die Knöpfe fand ich zu groß.
Ich habe mir also im Nähkontor aus der Riesenauswahl an grünen Knöpfen kleinere Modelle ausgesucht, Und die beiden Blendenteile wieder komplett aufgetrennt, neu angestrickt und diesmal dabei ca jede 5. Randmasche verdoppelt. Das Ergebnis ist jetzt viel, viel besser und ich bin froh, dass ich mich da noch einmal drangesetzt habe.

Freitag, 1. August 2014

Schulranzen retten

Aus aktuellem Anlass -neues Schuljahr, neue Schule, neue Schultasche- fiel mir ein, dass ich noch alte Fotos von einer Selbermacheraktion von vor 4 Jahren habe und diese eigentlich schon längst mal zeigen wollte.

Ich kann mich noch gut an mein Entsetzen erinnern, als ich mich das erste Mal mit ernsthaften Kaufabsichten in die Schulranzenabteilung des örtlichen Kaufhauses begab: Ein Abgrund an buntem Stereotypendesign.
Meine damalige Rechereche ergab allerdings, dass die optisch gelungeren oder unter Recycle-Gedanken hergestellten Schulranzenmodelle alle wesentlich schwerer und unhandlicher waren als die Anfängermodelle der üblichen verdächtigen Anbieter.
Kurzerhand liessen wir das Kind probetragen, kontrollierten die Passform, verglichen die Gewichtsangaben und entschieden uns für ein Modell. Das Kind durfte sich dann das Dessin aussuchen:
Nach knapp 2 Jahren war das Kind dem Dessin dann allerdings völlig entwachsen und wollte den bunten Ponykram und somit den Ranzen nicht mehr haben.
Während früher die Lederranzen oft ein ganzes Schulleben überdauerten- mein kleines rotes Teil hatte auf jeden Fall ein Revival im 10. Schuljahr- sind diese überteuerten, bunten Dinger offenbar eher Wegwerfartikel.
Ich fand es einfach schade, der Ranzen als solcher passte größenmäßig immer noch gut zum Kind und den zu transportierenden Schulmaterialien und zeigte auch keinerlei nennenswerte Abnutzungserscheinungen. Deshalb haben wir ausprobiert, ob eine Entschärfung des Ponykrams  die Lebensdauer des Ranzens erhöhen konnte.
Passender türkiser Punktestoff wurde gemeinsam gefunden:
Das Schnitteil des Ranzendeckels wurde mit Transparentpapier abgepaust (Folie ist evtl. viel besser geeignet)

Das gruselige Logo abgetrennt:

Dann der Stoff mit doppelseitig klebender Vlieseline bebügelt und zugeschnitten:
Und dann gnadenlos mit dem Bügeleisen auf die Klappe gebügelt. Dabei ein Handtuch als Gegengewicht unter die Klappe gestopft.
Nicht alle Ecken sahen sehr akkurat aus
Der Schulranzen konnte durch diese Maßnahme wieder tragbar gemacht werden und meine Tochter hat ihn noch weitere 1,5 Jahre benutzt. Ein unglaublich effektives Aufwand-Nutzen-Verhältnis, wie ich es beim Selbermachen nur selten erreiche!

An einigen Ecken löste sich der aufgebügelte Stoff mit der Zeit, allerdings wesentlich weniger als befürchtet. Da habe ich dann nachträglich mit Textilkleber hantiert.

Und weil es so schön gruselig ist und zum Thema Schulranzen passt: Das diesjährige allsommerferienübliche Fundstück. Es gibt anscheinend Dinge, die ändern sich nie.

Sonntag, 11. Mai 2014

Sonntagskuchen: Die Eurovisionstorte

Dank meiner begabten Tochter gibt es hier tatsächlich auch einen "Sontagskuchen"-Beitrag:
Ihre gestrige Eurovisionstorte.


Durch youtube hat sich Fräulein Kreuzberger selbst zu einer wahren Tortenkünstlerin ausgebildet. Und das Gute ist, ihre Kunstwerke sehen nicht nur toll aus, sondern schmecken auch noch mindestens genauso gut. Wenn man es denn übers Herz bringt, mutig den ersten Schnitt anzusetzen....




Das Innere besteht aus einem Biskuitboden mit Erdbeerzitronenfüllung.
Wenn man das diesen Teil gut mit Buttercreme versiegelt, kann man (also ich nicht!) ein dünn ausgerolltes Fondant drüberlegen und nach Herzenslust mit buntem Marzipan verzieren (ich auch nicht!).

Hier das Rezept:
Biskuittorte mit Erdbeer- Zitronenfüllung:

Für den Teig:
4 Eier
1 Prise Salz
50g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
2 Eigelbe
125g Mehl
2 Tl Backpulver

Für die Füllung:
1 halbe unbehandelte Zitrone
300g Erdbeeren
25g Puderzucker
1 Pck. Vanillezucker
250 g Sahne

Backofen auf 200° C vorheizen
Eier trennen und die Eiweiße gut verquirlen. Wenn diese anfangen festzuwerden, Salz, Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen und dann weiterschlagen bis der Eischnee fest ist.
Nach und nach alle 6 Eigelbe einrühren.
Mehl und Backpulver vermischen und drüberstreuen, alles locker aber gründlich mischen.

Teig 8-10 Minuten backen (Springform). Kurz abkühlen lassen und den Tortenboden horizontal durchschneiden. Gründlich abkühlen lassen, damit die Erdbeercreme nachher beim Draufstreichen nicht warm wird und verläuft. 

Für die Füllung Zitrone heiß abwaschen und die Schale fein abreiben. Zitrone auspressen.
Erdbeeren säubern und vierteln. Mit Puderzucker mischen.
Sahne mit Vanillezucker steif schlagen. Erdbeeren, Zirtonenschale und -saft vermischen und die Sahne unterheben.

Nun die Cremefüllung auf den unteren Boden streichen den 2. vorsichtig drauflegen, leicht festdrücken und einmal den Rand mit einer Palette glattstreichen. Jetzt die Torte für ca. 1 Stunde kühlen. Anschließend alles mit einer Buttercreme versiegeln und diese als Untergrung für das Fondant so glatt wie möglich verstreichen.
Nun die Torte am besten über Nacht kalt stellen.

Den fertig gekauften Fondant dünn ausrollen über die Torte geben und alles festdrücken. Als letztes die Torte nach Belieben verzieren.

 Andere leckere Kuchenrezepte findet man wie jeden Sonntag hier bei Monikate.

Donnerstag, 11. April 2013

Textile Mutterliebe

Hach, das Tochterkind macht Schüleraustausch. Dabei es ist doch noch so klein.... Viel zu klein, um ganz allein bei fremden Leuten zu wohnen; viel zu klein, um eine Woche lang niemanden verstehen zu können.

Es wird auch nicht irgendwo in die ruhige französische Provinz gefahren. Nein nein.
Nicht wie ich früher nach Sens [sãs] im französischen Nirgendwo, damals wohnortbedingt meine Partnerstadt und (petite-) ville de Jumelage.
(Das einzig lustige an diesem Austauschziel war die interessante Aussprachevariante, die unser Schulsekretär stets bei seinen zahlreichen Durchsagen wählte: ein nasales "ßaaas" mit extralangem aaa).


Das Tochterkind fährt also -ganz anders als meine deutsche-Kleinstadt-besucht-französische-Kleinstadt-Erfahrungen-standesgemäß in die französische Kapitale, tauscht sich mit einer Klasse aus einer Schule direkt neben dem Montmatre aus. Hossa! Aber hey, wir sind hier ja auch ein Stadtteil mit urbanen Berg - das passt!

Mein Mutterherz ist hin-und hergerissen! Um meine Gefühle zu sortieren, plante ich mich textil abzureagieren. Und da sowieso ein angefangenes Kindermäntelchen seit Hebstbeginn 2012 bei jeder Umschichtung meiner Projektstapel tiefer und tiefer nach unten und in Vergessenheit rutschte, nahm ich mich seiner an.

Der Stoff ist sozusagen eine Maybachufermarkt-Zweitverwertung. Ich habe ihn bei uns um die Ecke auf dem Flohmarkt erstanden von einem Kind dessen Mutter ich schon mehrfach am Maybachufer einschlägig wühlen sah. Die 2 1/2 Meter kosteten mich somit auch nur noch 5,-€ statt der vermutlich 7,50€. Ich tippe ganz großzügig auf einen leichten Woll- mit etwas erhöhtem Polyanteil. Aber wirklich hübsch!
Dazu kombinierte ich ein ganz dünnes grauviolettes Steppfutter. Gefroren werden muss also à Paris bestimmt nicht.


Besonders viel Mutterliebe floss in das Eiffelturm-Detail. Liebevoll frei gestickt mit der Nähmaschine.
Aber trotzdem bestand das Tochterkind zusätzlich auf dem "das hast du immer da reingemacht"-Herz-Detail. Traditionell auf der ebenfalls "wie-immer" unumgänglichen Innentasche.
Hatte ich schon einmal erwähnt, wie ich bei aufwändigeren Kinderbekeidungsstücken immer wieder versucht habe, die Akzeptanz zu erhöhen durch eine kleine versteckte Applikation im Inneren als Geheimzeichen? Textile Mutterliebe eben.


Als besondere Raffinesse hatte ich die Fransenreihe vom Stoffrand offen an die Innenseite des Belegs genäht. Das Ergebnis war allerdings eher merkwürdig und ich habe die Fransen nachträglich alle abgeschnitten.


Der Schnitt ist das Modell 24 aus der ottobre 5 / 2006:

Und als ich jetzt das Heft wieder rausholte, um die Fotos für diesen post zu machen, musste ich feststellen, dass die ottobre-Designer damals beim Entwerfen des Mantels anscheinend auch an Paris gedacht hatten. So schließt sich der Kreis- oder was auch immer.



 Und hier der Mantel in ganzer Pracht (aber im Zustand noch ohne Knöpfe):

Freitag, 11. Mai 2012

Blümchen im Mai, Bestandsaufnahme (Kränzchengenähtes 6)

Meikes Aktion (hier jetzt BMM genannt) hat mich sofort angesprungen...warum?
Bin ich der leidenschaftliche Blümchentyp? Hab ich Frühlingsgefühle? Oder andersherum: Hab ich ein Problem mit Blümchen, dass ich hier nun im www aufarbeiten möchte?
All diese Fragen hätte ich vor 3 Tagen noch mit einem deutlichen NEIN beantwortet, dachte ich doch immer, ich hätte ein ganz und gar entspanntes neutrales Verhältnis zu Blümchen. Nettes Muster, passt zu allem und ab und zu kaufe ich Blümchenstoff.

Nun habe ich mich der Thematik aber mal etwas näher gewidmet und siehe da: neue Erkenntnisse. Nicht dass das jetzt Dinge wären, die mein Leben entscheidend verändern werden, aber trotzdem interessant: In meinem Kleiderschrank befinden sich fast keine Stücke mit Blümchenmuster. Der ein oder andere floral anmutende Musterdruck, aber das gildet nicht wirklich.

Hier nun meine dürftige Ausbeute an Fundstücken im Einzelnen:

1. Ein T-shirt, welches ich hier schon vorgestellt (und seitdem auch nicht mehr getragen habe).

2. Ein Kaufrock (Blutsgewschwister), heiß geliebt und DIE Klamotte des letztjährigen Sommerurlaubs:
3. Und ja, die ein oder andere wird es schon ahnen: Ein Knotenkleid - mit immerhin Blumenmuster im Oberteil.

4. Und dann kommt es, tada: mein viertes Blümchenteil, welches zugleich auch mein letztes Nähkränzchenprojekt war, genäht im März diesen Jahres: ein wirklich richtiges Blümchenkleid, mit Blümchen allover. Lag das Blümchenthema vielleicht im März schon in der Luft?
(4.3.2012: Hier live gebloggt und Foto geklaut)

Und das Ganze nochmal im hardcore Alltagseinsatz:

Den Schnitt hatte ich von einem alten Land´s-end-Kaufkleid abgenommen (welches einfarbig schwarz und richitg gut sitzend und damit eines meiner absoluten Lieblinge ist und sich aber überhaupt nicht gut fotografieren läßt)

Natürlich hat da was am Kragen nicht richtig hingehauen, aber das weiß ja nur ich!
Und mit diesem Kleid hatte ich eine besondere Kränzchen-premiere: Ich habe es während des Kränzchens tatsächlich fertig genäht bekommen! Also bis auf den Saum....aber ich will hier jetzt nicht kleinlich sein.

Die Raffinesse des Schnitts kann man auf den Fotos leider nicht erkennen, aber ihr könnt mir glauben, es hat eine spitz zulaufende Brustpasse mit Abnähern. Also nix einfach nur T-shirt verlängert.


Aber wo sind eigentlich all die Blümchenstoffe abgeblieben, die ich immer mal wieder kaufe? Richtig; im Kleiderschrank vom Tochterkind:

Und jetzt ist mir auch klar, warum ich unbedingt bei Meikes Blümchen-Monat-Mai mitmachen muss:  Ich brauche auch was und noch viel mehr mit Blümchen drauf!

Und dieses Foto wollte ich euch auch nicht vorenthalten. Es ist schon ein besonderer Moment, wenn einem die eigenen Kinder über den Kopf wachsen. Mein Sohn hat mich (endlich, endlich kann ich in Anbetracht meiner doch eher geringen Körpergröße nur sagen) überholt und jedes Kuscheln kriegt jetzt auch immer so ein bißchen was Gönnerhaftes. Oder man könnte auch sagen, ich werde als Mutter jetzt diminutiv - um hier den Bogen von der Blume zum Blümchen zurück zu schlagen.....
und wenn ich nicht so blöd in Wind und Sonne hätte gucken müssen,
 wäre euch auch das blöde Blümchen auf dem Muttchen erspart geblieben.


Samstag, 14. April 2012

Zum Wochenende: Stricken mit Chantal

Dieses Wochenende wird bei mir beherrscht werden vom nahenden Frühlingsjäckchen-Finale und der bangen Frage: Wird meine Wolle reichen?
Bis gestern abend wäre ich nie im Leben darauf gekommen, daß meine Teilnahme am Finale an einem Materialproblem scheitern könnte. Meine gesamten letzten Strickprojekte habe ich mit einem mehr als deutlichen Materialüberschuß (bestellt und leider nicht retournierbar) abgeschlossen....und für die Frühlingsjacke hatte ich mir gefühlt reichlich Wolle besorgt, bietet die Fadeninsel doch die Möglichkeit, jedes Knäuel auch ohne entsprechenden Kassenbon (ihr wisst schon: diese kleinen Zettel, die ich mir immer besonders gut wegpacke und deshalb auch nicht mehr finde!) wieder zurückgeben zu dürfen.
Aber mit dem Gefühl ist das so eine Sache....eigentlich wäre ich auch in der Lage den Materialverbrauch anhand der Lauflänge sogar mit Dreisatz zu berechnen....eigentlich....

Nun habe ich gestern spät (während ich auf die sehr späte Rückkehr des männlichen Teils der Familie vom Auswärtsspiel des FC St.Pauli in Fürth wartete*) noch einige Runden gestrickt und dann plötzlich der ernüchternde Blick auf mein eben noch fast vollständiges letztes Knäuel: Wird dieser klägliche Rest für die zweite Armkugel reichen?
Ich sag jetzt einfach mal: ES MUSS!
In diesem Sinne wünsche ich allen Leidens- ähh Frühlingsjäckchen-Knit-along-genossinnen einen entspannten und unaufgeregten Endspurt und drücke die Daumen für Montag!

Wer sich zwischendurch entspannen und einfach mal herzlich ablachen möchte, sollte mal hier reinschauen:
http://chantalismus.tumblr.com/
Nachdem ich den Tip für diese herrliche Seite bei siebenhundertsachen gefunden habe (anhängend an einen erheiternden post anläßlich einer S-Bahnfahrt im Ruhrgebiet) haben meine Lieben und ich schon viele kurzweilige Stunden mit Chantal + co verbracht.


* Als Mutter eines eingefleischten St. Pauli-Fans fiebere und leide ich mit meinem Sohn ständig mit, was für mich ein nicht sehr befriedigendes und nervenaufreibendes Gefühl ist (und meinem Sohn auch nicht weiterhilft!). Weder bin ich leidenschaflicher Fußballfan im allgemeinen, noch spielt in der Mannschaft irgendjemand mit, den ich persönlich kenne.
Und völlig mädchenmäßig finde ich einen vorderen Platz in der zweiten Liga viel schöner, weil viel entspannter als so ein elendiger Abstiegskampf  in der ersten Liga.
Hallo ihr "richtigen" Fußballfaninnen da draußen, Fußballmütter oder -partnerinnen: Wie seht ihr das? Lieber ganz im Keller, aber dafür erstklassig? Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausrichtung/Fixierung auf einen Verein? Oder ist das alles eher eine generelle Frage der Fußballeidenschaft?


Nachtrag um 14.55:
Live vom Balkon

Geschafft!!!!!!!!!!  Danke fürs Daumendrücken

Freitag, 2. März 2012

Es war die Nachtigall ....

Jahrelang hatten wir unseren Sohn jedes Wochenende zu Fußballspielen und -turnieren gefahren und begleitet. Wie all die anderen Eltern auch, bepackt mit Sporttasche, Fußbällen und Proviant sowie einem nervös-euphorischen Kind an der Hand.
In den 70-er Jahren wurden in Berlin offensichtlich viele identische Sporthallen (unter Verwendung von Unmengen Waschbeton) gebaut. Das bedeutete für uns, dass wir allwöchentlich in aller Herrgottsfrühe lange Strecken in diverse Himmelsrichtungen in diverseste Berliner Randbezirke fuhren, um dann jedes Mal unseren Tag weder in genau der (bau-)gleichen Sporthalle zu verbringen.
Zum Glück wurde der Sohn größer, bekam vor ein paar Jahren seine erste Monatskarte und fährt seitdem selbstständig und ohne elterliche Begleitung.

Wir fühlten uns heute sehr an diese schon fast vergessenen Wochenendrituale erinnert, als wir raus in die Wuhlheide ins FEZ gefahren sind zum Kinder-Theatertreffen. Wie alle anderen Eltern auch, bepackt mit Theatergarderobe, Schminktasche und einer hochgradig nervös-euphorischen Tochter an der Hand.
Ein Durcheinander aus wuselnden Eltern mit Kleidersäcken und vor Nervosität herumhopsenden Jungdarstellern in einem 70-er Jahre Beton-Zweckbau .

Die Theater-AG unserer Tochter hat dieses Schuljahr Romeo und Julia einstudiert und heute war die erste öffentliche Präsentation. Die Rolle der Julia (und somit auch der Text) war geschickt auf 4 Mädels verteilt worden. Man könnte sagen, dass jede Darstellerin für eine Julia-Stimmung im Laufe des Dramas stand, ich würde das mal in etwa so kategorisieren: romantisch, aufgeregt verliebt, fordernd und zu Tode verzweifelt..

Die 4 Julias sollten einheitlich gekleidet sein und deshalb habe ich zusammen mit einer befreundeten Julia-Mutter am letzten Mittwoch diese 4 Juliakleider genäht aus einem festen weißen Jersey mit roter Satin-Garnitur:
und trotz aller Aufregung habe ich es tatsächlich geschafft, alle vier Julias auf ein Foto zu bekommen
Ich bin ganz schön stolz! Nicht auf die 4 Kleider, sondern auf die tolle Theater-Truppe: Kinder, die mit so viel Herzblut dabei sind und trotz unendlicher Nervosität die Bühne "gerockt" haben, dass uns Eltern teilweise der Atem stockte. Und auf eine Schauspiellehrerin, die es schafft, Grundschulkindern die Geschichte von Romeo und Julia so nahezubringen, dass selbst schwierigste Textpassagen verstanden und darstellerisch umgesetzt werden. Die mit unendlichem Engagement die darstellerischen Talente aus jedem einzelnen Kind herausholt und ihnen alle Kniffe und Tricks für Bühnenpräsenz vermittelt. Und die wieder eine absolut unglaubliche Inszenierung geschaffen hat.
*Wiebke*

1 Kommentare:

primavera hat gesagt…
Schön geschrieben!!!!!! Und auch schöne Kleidchen, egal wo der Stolz hin geht.

Zeugnisbrötchen

Nächste Woche haben wir hier in Berlin Winterferien und heute gab es Halbjahres-Zeugnisse. Und bei uns auch Zeugnisbrötchen.
Eine aus der Schweiz stammende, befreundete Mutter hatte dieses, ihr aus ihrer Kindheit in schöner Erinnerung gebliebenes Ritual in der Klasse unserer Tochter damals im 1. Schuljahr eingeführt:
Leckere (bunte) Hefebrötchen, von denen jedes Kind der Klasse eins zusammen mit dem Zeugnis überreicht bekommt.
Die Kinder lieben diese Tradition auch in der 4. Klasse noch und freuten sich schon vorher auf die Brötchen.
Eigentlich sollte man viel mehr von solch simplen, liebevollen Traditionen einführen........
Allen Kindern (und Eltern), bei denen es heute auch Zeugnisse gab, wünsche ich ganz viel Stolz.
Oder Erleichterung. Oder tröstende Worte.
Wie schrieb der wundervolle Rektor heute zum letzten Schultag treffend an alle Eltern:
"Insbesondere die enttäuschenden Zensuren Ihrer KInder benötigen eine liebevolle, motivierende Würdigung."
*Wiebke*

3 Kommentare:

tillaBox hat gesagt…
die Idee ist wirklich sehr schön, merke ich mir :)
MaJa- JuLi hat gesagt…
Es ist wirklich eine tolle Idee! Super.
Bronte hat gesagt…
Tolle Idee! Merke ich mir für den 10.2. = Zeugnistag in NRW. Der Rektor hat recht. "Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe. Denn dann brauche ich es am meisten." (weiss nich mehr von wem)
LG Bronte, in Erwartung 3er sehr unterschiedlicher Zeugnisse