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Dienstag, 2. Dezember 2014

Stoffwechsel II - Das Finale

Ich habe fertig. Und zwar schon seit einigen Tagen. Seitdem ist das Kleid praktisch im Dauereinsatz. Nur die Sache mit den Fotos gestaltete sich wegen der blöden Lichtverhältnisse etwas schwieriger. Also habe ich mich heute zusammengerissen, der Eiseskälte und Peinlichkeit getrotzt, vor diesem genial passenden Hintergrund den Selbstauslöser aktiviert und ganz hartgesotten meinen dicken Daunenmantel ausgezogen.....und die staunenden Passanten ignoriert- Hintergrund ist Hintergrund!


Was übrig blieb:
Und bin total glücklich. Das hätte ich ehrlich gesagt im Laufe der Stoffwechselaktion nicht unbedingt vermutet, habe ich doch lange mit dem Stoff eher gefremdelt.

Der Rat meiner Patin zu einem Wickelkleid war von Anfang an gut und ihr habt mich in den Kommentaren helfend bestätigt. Ich hatte mich auch gleich entschieden, den nicht ganz so dicken/schweren Stoff komplett mit einem Flutschjersey zu doppeln, um mehr Schwere und Fall reinzubekommen.

Eine sehr kluge Entscheidung. Das Kleid fällt wunderbar und trägt sich extrem angenehm. Wärmt und ist bequem. Ein absolutes Herbstalltagskleid.



Zum Schnitt schreibe ich ein anderes Mal etwas: Hier nur kurz, ich habe ich mich für das "Farah" Wickelkleid aus dem Buch "Stilikonen" (Famous frocks) von Sara Alm und Hannah McDevitt entschieden. Ein Buch aus dem ich schon seit längerem einen Schnitt ausprobieren wollte.


Die 20 Kleiderschnitte sind alle ganz übersichtlich auf eigenen Schnittbögen untergebracht und erinnern mich von der Einfachheit ein bißchen an die onion-Schnitte.
Interessanterweise trägt Farah Fawcett auf dem Inspirationsfoto überhaupt kein Wickelkleid, obwohl Text und Schnitt von einem Wickelkleid handeln.
Nun denn. Ich freue mich. dass ich diesen simplen, gutsitzenden Schnitt ausprobiert habe. Und danke meiner Wichtelpartnerin für diese schöne Herausforderung.
Warum ich - wie bereits im ersten post angedeutet- dich, Frau Schildkröte im Verdachte habe? Irgendwie ist das ein Stoff, der zu dir passt. Und auch die Absenderadresse wäre ein -für dich laufend- zu erreichendes Ziel gewesen.... ich bin gespannt....

Auch den beiden Organisatorinnen Frau Siebenhundertsachen und Lotti Katzkowski ein ganz, ganz herzliches Dankeschön. Ihr habt das so unglaublich wunderbar organisiert!
Und wenn jetzt meine Wichtelempfängerin auch so zufrieden ist wie ich, bin ich restlos überzeugt von der Idee, sich mit mehr oder weniger Bekannten gegenseitig zu bewichteln...
Ich geh mal schauen, ob sich schon alle eifrigen Wichtlerinnen hier verlinkt haben.

Und hier ein kleiner Output an zu dunklen, am Wochenende technisch aufgehellten Fotos:

Samstag, 18. Oktober 2014

Herbst-Stoffwechsel: Mein Stoff

In den letzten Wochen flatterten über verschiedene digitale und analoge Kanäle ja schon etliche Meldungen über angekommene (und auch noch ausstehende) Stoffpakete und erste Planungen herum. Heute steht nun endlich der offizielle Progarmmpunkt "Zeigt her eure Stoffe" an. Ich bin total gespannt.... auch, ob meine Bewichtelte ihren Stoff mag.....

Mein Paket habe ich schon seit einigen Wochen (und vermute, dass meine Wichtelpartnerin eigentlich -entgegen ihrer Selbstbezeichnung- auch in anderen Bereichen zur schnelleren Sorte gehört. ?????).
Und es ist......

 ..... ein weichfallender schwarzgrundiger Strickstoff mit rot-orange-grau-gelben Blumen und bambusartigen Blumenstielen. Über zwei Meter!!! Darauf 3 Blumenrapporte, zwischen denen sich schmalere fast musterlose schwarze Streifen befinden. Begleitet von einem aufmerksamen, handschriftlichen Brief. Die ganz besondere Aufregung beim Auspacken und ersten Rumplanen kann ich schlecht beschreiben.
Vielen Dank , liebe S.!!

Ein Stoff an dem ich selber garantiert vorbeigelaufen wäre. Nicht weil er mir nicht gefällt, sondern weil er nicht in mein eingefahrenes Beuteschema passt. Schwarzgrundig geht aber natürlich sowas von immer und die bunten Farben sind wunderbar herbstlich und haben fast was mexikanisches. Und ich werde auf jeden Fall passende bunte Accessoires und Schuhe ähhh Stiefel dazu haben.
Liebe S., dein Vorschlag mit dem Wickelkleid ist auch meine spontane Erst-Idee.
Vielleicht schaffe ich es, das Kleid ein bißchen mondän 70-ermäßig aussehen zu lassen. Denn ich habe erstaunlicherweise kurz vor Ankunft des Päckchens auf einem Flohmarkt eine 70-er Tasche (wie hießen "Clutch" denn eigentlich früher? Unterarmtasche?) gefunden, und kurz nach dem Einzug des Stoffes einen ebenfalls dazu passenden Gürtel- wenn das mal kein Zufall ist:
in echt ist alles richtig schwarz
Wickelkleiderschnitte habe ich eine Menge, das ist bestimmt weniger das Problem bei Strickstoff. Die Herausforderung wird die Anordnung der Blumenrapportstreifen sein.
stellvertretend: limks Burda, rechts Buch "Stilikonen"
Ich habe schon probegesteckt, was an meiner Büste wegen der vielen Drahtecken nicht ganz so einfach ist.
Klassisch je ein Rapport oben und unten?

Mit schlicht oben und mit bunten Ärmeln?

Das Wickeloberteil mit Blumen? Wie dann die Muster./Fadenlaufrichtung?

Oder irgendwie eine Optik, als trüge ich ein buntes Jäckchen darüber?
Es bleibt also spannend. Ich werde noch ein bißchen herumexperimentieren. Yvonet schlug mir vor, die Musterstreifen ganz anders anzuordnen und mit ihnen zu spielen, was ich auch unglaublich spannend finde  Ich bin offen und neugierig, ob jemand sonst noch Vorschläge hat.

Lieben Dank nicht nur an meine freundliche Wichtelpartnerin, sondern auch an die beiden Organisatorinnen dieser Aktion Frau Siebenhundertsachen und Lotti Faden verloren . Die Linkliste mit allen anderen Wichtlerinnen findet ihr hier.

Samstag, 30. August 2014

Herbst-Stoffwechsel: Steckbrief

Ich freu mich!
Beim letzten Stoffwechsel habe ich ganz neidisch zugeguckt, wie sich die beteiligten Nähbloggerinnen gegenseitig mit liebevoll ausgesuchtem Stoff und Zubehör bewichtelten. Dieses Jahr darf ich bei dieser tollen Aktion nun mitmachen. Große Aufregung.....
Vielen herzlichen Dank an Frau Siebenhundertsachen und Lotti Katzkowski für Organisation und Betreuung der Aktion.
An diesem Wochenende werden die Wichtelpartnerinnen ausgelost und jede veröffentlicht ihren  Nähsteckbrief.
Es geht für mich hier schon spannend los. Ich habe mir noch nie solche Gedanken zu meinen Stoffvorlieben gemacht, entscheide und kaufe eher immer nach Laune und aus dem Bauch heraus.

Was nähst du im Herbst/Winter am liebsten für dich?
In den letzten Jahren waren meine Herbstnähstücke vor allem Langarmshirts, kuschelige Kleider und auch der ein oder andere (pseudo)wollige Rock. Ab und zu auch mal einen Mantel, allerdings ist meine Abschlussquote in diesem Bereich extrem niedrig. Es liegen noch ein paar unvollendete Mantelprojekte rum.
Aus mir nicht bekannten Gründen habe ich für mich schon ewig keine Jacke mehr genäht. Und auch keinen Pulli oder wärmenderes Oberteil. Das finde ich ein bisschen schade. 
Wohingegen ich das Nähen von Blazern voll und ganz bewusst aus meinem Näh-Repertoire gestrichen habe. Hose wäre evtl. auch mal wieder eine Möglichkeit, aber mich mit einem Hosenstoff zu bewichteln wäre evtl. doch zu viel an Herausforderung

Und wenn wir kurz mal vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen? Oder nähst du lieber Hosen oder nur Kleider?
Ich nähe gerne Röcke, und vor allem nähe ich -bekennende UFO-Näherin- diese auch fast immer fertig. Mein Kleiderschrank ist voll von Röcken. Allerdings trage ich gar nicht so oft Röcke. Weil ich nämlich ein Oberteilproblem habe. Besonders im Sommer bei hellen Baumwollröcken finde ich es extrem schwierig, passende Oberteile zu finden Im Herbst wird es dann zum Glück einfacher. In gedeckten und dunkleren Farben habe ich Langarmshirts und passende Strickjacken. 
 
Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?
Eindeutig Jersey! Unbequeme Kleidung geht gar nicht. Kleidung, die an den Armen oder im Rücken spannt ist mir ein Graus.
Ich denke, dass mein relativ hoher Output an Röcken auch daher kommt, dass ich dadurch all die hübsche Webstoffe verarbeiten kann, die ich ansonsten nicht verwenden würde/ könnte.
Allerdings habe ich zu meiner großen Freude in den letzten Monaten ein paar tragbare Kleider aus Webware -sogar aus solcher ohne Strechanteil- genäht, die ich auch gerne trage. Das freut mich sehr, weil es mir ein ganz neues Feld an Näh-und Kleidungs-Möglichkeiten eröffnet.
Die Sache mit dem Bügeln wäre dann allerdings noch mal ein ganz anderes Thema...

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle, …) – gegen was hast du eine (starke) Abneigung?
Ich bin völlig undogmatisch, was die konkrete Materialzusammensetzung angeht. Ich habe keine Sperre bei Kunstfasern o.ä., wenn ich den Stoff anfassen kann und er sich gut und nicht nach Plastik anfühlt. (bei online Bestellungen bin ich da allerdings vorsichtig)
Ich finde es gut, wenn ich meine Stoffe selber waschen kann- ich mag nicht gerne Sachen in die Reinigung bringen und abholen müssen. Handwäsche finde ich auch in Ordnung.
Auf keinen Fall darf Stoff kratzen. Nicht mal kribbeln darf er - selbst wenn man sich bei trockener Heizungsluft in überheizten Räumen aufhalten muss. Ebenso wenig darf Stoff hart oder störrisch sein.
Ein leicht ambivalentes Verhältnis habe ich zu Cord. Es gibt wunderschönen und er trägt sich absolut angenehm. Meine Ambivalenz kommt sicher von merkwürdigen Stoff-Schnitt-Verbindungen. Da kann man bei Cord viel falsch machen, aber eben auch alles richtig!
Ähnlich geht es mir mit Samt. Während ich mich -mit genügend zeitlichen Abstand - mit glattem Samt wieder völlig ausgesöhnt habe, kann ich mir eine solche Versöhnung mit Pannesamt überhaupt nicht vorstellen.

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?
Meine Lieblingsfarbe ist Grün. Und kleidungstechnisch gesehen auf jeden Fall Schwarz.
Grün kann ich i.d.R. gut tragen. Kritisch wird es, wenn das Grün zu pastellig wird. Oder zu sehr ins Kalte oder Türkise abdreht.
Wahrscheinlich wäre ich wohl ein Herbsttyp. Ich habe kastanienbraunes Haar mit silbernen Strähnen, grünbraune Augen und einen olivfarbenen Hautton. Aber entgegen den pauschalen Angaben dieser Farbtypensache stehen mir Orange, tomatiges Rot und fast alle Beigetöne überhaupt nicht.
Pastelltöne und hartes Weiß gehen ebenfalls nicht- ihr solltet mich mal in Baby-Hellblau oder lieblichem Apricot sehen!!!!
Wunderbar sind neben den bereits erwähnten Farben aus der Grünpalette und dem klassisch-schönen Geht-immer-Schwarz auch Lila, Beerentöne und Braun, besonders Rotbraun.
Ich bin bei diesem Punkt des Steckbriefs ein bißchen ratlos. Hilfe, was gibt es denn sonst noch für Farben? (Haha, allein diese Überlegung spricht wohl für sich :))))
edit: mir fällt gerade noch ein, dass mir Dunkelblau steht und gefällt. Ich leider nur keine Stiefel in der Farbe habe (Schande!)

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?
Gerne uni, ebenso gerne Muster. Da kann ich bei mir gar keine konkreten Vorlieben benennen. Vielleicht ist das für Außenstehende viel klarer ersichtlich?
Kleine Blümchen mag ich zwar als Muster an sich gern, aber an mir auf Kleidung wirken sie schnell fehl am Platz. Animalprint ist schwierig. Ich mag Ozelot und Leo an sich gerne, da kann aber so ganzganzganz viel schief gehen, besonders wenn man die 50 überschritten hat.
Streifen mag ich sehr..und Karos, wenn sie quadratisch sind.
Ganz große Muster versuche ich bei meiner kleinen Körpergröße zu vermeiden,. Aber immer auf Nummer sicher ist auch nicht schön! So habe ich gerade bei einer Sammelbestellung afrikanische Waxprints mitbestellt. Da sind ein paar wahre Mustergrößenklopper darunter. Ich bin gespannt, was sich daraus zaubern lässt, ohne dass ich als wandelndes Muster rüberkomme.

Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?
Mein derzeitiges Lieblingskleid ist das Ozelotkleid. Materialqualität, Muster und Schnitt passen wunderbar zusammen und ich fühle mich darin unglaublich wohl und gutgekleidet. Nach dem Schnitt (McCalls 6503) würde ich gerne noch weitere Webstoffkleider nähen.
Leider nur kurzärmelig, aber der Schnitthit des Sommers ist Vogue 1027. Hier das uni lilafarbene.
Ansonsten ist mein meistgetragenes Kleidungsstück nach wie vor ganz eindeutig der Schwalbenrock. Der ist unaufdringlich aber besonders, geht zu allen Anlässen und ich habe unzählige passende Oberteile dazu (aka schwarze T-shirts).



Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid? Welche Mindestmenge benötigst du für die Verarbeitung? Oder hast du sogar ein Maximalmaß für Stoff?
Ich bin eine Meisterin des Stoffknauserns. Aus einem Meter Stoff kriege ich eine ganze Menge rausgeschnitten und genäht. Für einen Rock -auch Teller und Falten- reicht mir 1m bei 1,40m Breite. An ganz verzagten Tagen schlage ich bei ungewissen Mustern aber auch schon mal mit 1,20m-1,50m zu.
Für langämelige Jerseykleider oder solche mit weiten Röcken kaufe ich 1,60m bis 2,00m.
Für Webstoffkleider kaufe ich immer 2m und ärgere mich -besonders bei Stoffen mit einer eindeutigen Stoffrichtung- manchmal beim Zuschnitt, dass ich mir nicht doch noch 30-50cm mehr gegönnt habe. Mehr als 2,50m brauche ich aber nie.

Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?
Einfach draufloswichteln....ich lasse mich gerne überraschen.

Die Nähsteckbriefe aller Teilnehmerinnen werden hier gesammelt.