Ein kleines DIY-highlight war dieses Jahr meine Strickjacke Miette. Ich hatte sie
hier vorgestellt. Und Monika hat sie tapfer nachgestrickt. Gratulation nochmal!
Und auch einen Gruß an die Mitstrickerin Anne. Ich hoffe, du hast dich nicht unterkriegen lassen.
In den unendlichen Weiten meines Textillagers befand sich schon länger ein angefangener, aber dann beim Beginn des zweiten Ärmels doch für "irgendwie nicht gelungen" befundener Strickpulli. Kuscheliges Garn mit Farbverlauf. Mille colori- Tausend Farben in einem Knäuel, eigentlich nicht so mein Ding. Mit Effektgarnen habe ich es für mich persönich nicht so.
Aber diese Wolle hatte ich angefasst und mich in die 1000 Farben aus der Grau-Türkis-Blau-Farbpalette verliebt.
Der Miette-Erfolg bei den olympischen Spielen hatte mich beflügelt und ich brauchte gleich noch so ein Erfolgserlebnis. Die gleiche Jacke mit der gleichen tollen Papßform bitte gleich noch einmal bevor die Glückssträhne reißt.
Also habe ich mich nicht nur speziell mit dem amerikanischen Original-Strickmuster (also keine Strickschrift!)sondern auch mit Verlaufsgarn im Allgemeinen auseinandergesetzt. Denn mein "Probe"pulli zeigte klar, wie sich die vorgegebenen Farblängen bei Verlaufsgarn äußern. Die Musterstreifen werden natürlich unterschiedlich breit bei unterschiedlicher Breite des Strickstückes:
links der schmalere Ärmel, rechts Vorder- und Rückenteil
Das gefiel mir nicht so. Das wollte ich gleichmäßiger gestreift. Und das Lochmuster der Originalmiette wollte ich auch nicht mit den Streifen überlagern.
Also habe ich das Strickmuster übersetzt für eine Jacke ohne Lochmuster . Das war gar nicht so leicht, bzw. macht sich nicht mal so eben bei einem Gläschen Wein. Höchste Konzentration, welcher Umschlag gehört lediglich zum Muster, welcher dient gleichzeitig zur Maschenzunahme? All das, was
Andi trickreich in die eine Richtung ausgetüftelt hat, habe ich wieder zurüchgedröselt.
Dieser geheimnisvolle Zettel wirf sicher nicht das allerbeste Licht auf mich. Und selbst ich verstehe meine Hieroglyphen nach knapp 2 Monaten selber nicht mehr. Aber erkennbar ist vielleicht, dass ich mir die Raglanstreifen markiert habe und die beidseitigen Zunahmen. Nach einigem Hin und Her ergab sich dann die Logik.....
Ich glaubte, an alles gedacht zu haben, aber hossa: Die Streifen verlaufen bei einer in Reihen hin und hergestrickten Jacke -im Gegensatz zu einem in Runden gestrickten Pulli natürlich nicht durchlaufend. Das habe ich zu meiner Schande erst bemerkt als ich schon ein gutes Stück gestrickt hatte....
Völlig symmetrisch würden die Musterstreifen natürlich sowieso nicht werden, ich wollte auch nicht mehr auftrennen und beschloss einen Teil der Jacke in Runden zu stricken, die ich später aufschneiden wollte.
Anleitungen zum Aufschneiden von Strick habe ich schon mehrfach im Netz gesehen,
hier hat z.B. Ingrid ihren beherzten Schnitt gut und mutmachend bebildert.
Ich habe die aufzuschneidenden Maschen ebenfalls von Hand mit kleinen Stichen gesichert und dann die Schere angesetzt.
Auch beim Anstricken des Bündchen hat das bombig gehalten.
Für die Ärmel habe ich mit jeweils 2 Knäulen gleichzeitg gearbeitet und immer wieder in unregelmäßigen Abständen zwischen diesen beiden Knäulen gewechselt, um schmalere Musterstreifen hinzubekommen.
Die Jacke strickte sich superschnell und ist schon ein Weilchen fertig, kommt aber jetzt gerade so richtig zum Einsatz:
Der Ausschnitt ist auch ein bißchen kleiner geworden als bei der Originalmiette. Ist einfach so passiert, aber passt gut und ich hätte es mit Absicht auch nicht besser hinkriegen können.