Mittwoch, 22. Juni 2016

MMM 12/2016 Holländischen Waxprint nach ähh in Amsterdam tragen

Während ich beim Kaufen und Sammelbestellen von bunten Waxprints immer gerne dabei bin, zögere ich sehr beim Vernähen dieser Stoffe. Irgendwie vereint diese meist festere, unnachgiebige Struktur all das, was ich an Webstoffen im Allgemeinen nicht so mag.
Nachdem ich letztes Jahr einen Frühlingsfaltenrock nähte, habe ich nun endlich (m)ein zweites Stück Waxprint vernäht.  (Danke an Karin fürs Besorgen!)

Nachdem die Frau Sachenmacherin letztens einen waxsteifen Hollyburn zeigte, der richtig klasse aussah, habe ich mich endlich getraut und ebenfalls einen Versuch gestartet. Und diesen gleich auf einen Kurztrip nach Amsterdam mitgenommen, den ich rund um eine Firmenveranstaltung dort gelegt habe. Denn ich -kaumzuglauben kaumzuglauben- war noch nie vorher im Leben in Amsterdam gewesen......


Wollt ihr mehr sehen? Von Hollyburn und Amsterdam...


Von neongrüner Entengrütze umrundete Vögel. Oder sind es fliegende Fische?

auf braun-orangem Mustergrund, mit irgendwo auch Schwarz dabei.

Nach zwei Tagen intensiven Tragens in Wind, Regen und Sonne, zweifle ich, ob dieser Rock ein Lieblingsrock wird. Den Print finde ich großartig, aber mit der Steifigkeit des Stoffs kann ich mich nicht so richtig anfreunden.
Im Gegensatz zu Nina Kleidermanie, die von ihrem Tellerrock aus dem gleichen Stoff völlig begeistert ist, denke ich aktuell eher: Zum Glück ist der Schnitt ein Hollyburn, da punkten die Taschen immer.
Ich habe den Rock nicht gefüttert - für einen luftig-lockeren Sommerrock fände ich das kontraproduktiv- aber leider schiebt sich der Rock irgendwie immer mal wieder hoch. Und wenn ich einen Mantel (hier den Esme) drüber tragen muss trage , knuschtelt sich alles auch schnell mal vorne an den Oberschenkeln zusammen.

Auf Anraten von Waxprintexpertinnen habe ich den Stoff bei 60° vorgewaschen. Dadurch ist er etwas weicher geworden, aber für mein Empfinden dürfte bei den nächtsen Wäschen gerne noch was gehen.


Der Aufkleber war zunächst extrem hartnäckig ↑.
Liess sich aber nach einem Einweichen mit Spüli und warmem Wasser dann problem- und restlos entfernen.

Und ihr so? heute auch Memade? Tina Blogsberg zeigt als Gastgeberin auf dem MMM-Blog heute auch einen Hollyburn. Und dazu ein super sitzendes Shirt. Unbedingt anschauen.

Diesen Post verlinke ich auch zur Waxprintparty bei Karin dreikah.

Sonntag, 19. Juni 2016

Let´s Rock Teil 2 : Details

Heute geht es mit vielen spannenden Details weiter mit dem Let´s Rock- Sommerrock Sew Along auf dem MMM-Blog.

Auch ich habe mich weiter mit meiner Tischdecke beschäftigt.
Durch Ausprobieren habe ich die bessere Aurichtung des mittigen Trennschnitts erkundet. (die Tischdecke ist kein Quadrat sondern ein Rechteck und die Ranken des Blumenmusters folgen der Richtung der längeren Kante)
Daraufhin habe ich dann mit dem Rollschneider den grünen Rand an den zwei gegenüberliegenden Seiten abgeschnitten. Normalerweise schneide ich grundsätzlich lieber mit der Schere zu, aber solche geraden Linien kriege ich mit Lineal und Klinge meistens auch gut hin.


Dabei habe ich auch an die (gelbe) Nahtzugabe gedacht, dadurch kann der grüne Streifen am Bund nachher genauso breit sein wie der Streifen unten am Saum:


Dann habe ich die Faltentiefe ausprobiert. Gerechnet habe ich nichts, sondern wirklich erstmal ausprobiert, welche Faltentiefe bei Stoff und Muster am besten aussieht. Dank des neuen Zuaberwerkzeugs Simflex (von hier) war das sehr einfach:


Am Ende landete ich bei Abständen von ca 6cm, die ich bei Vorder- und in 6 tiefe Kellerfalten legte. Wichtig ist, die vordere und hintere Mitte zu berücksichtigen, sodass dort jeweils entweder eine Falte oder die Mitte einer Falte liegt. Das kam zufällig alles ganz gut für die erforderliche Bundweite hin.


Die gesteckten Falten habe ich mit der Nähmaschine mit langen Stichen geheftet. So kann nichts mehr verrutschen und ich kann die falten gut einbügeln..Ggf. muss ich an den beiden äusseren Falten nochmal nachjustieren, wenn die Weite nicht ganz mit der Bundweite übereinstimmt. Aber bislang sieht es so aus, als würde es fast genau hinkommen.


Ich werde einen Reißverschluss in die Seitennaht setzen. Eigentlich verzichte ich aus Nähfaulheit bei solchen Seitennahtreißverschlüssen immer auf Seitennahttaschen. Aber im Rahmen des Sew Alongs könnte ich mir mal etwas mehr Mühe geben, oder?

Mittwoch, 8. Juni 2016

MMM 11/2016 Sommerpunkte

Heute trage ich für einen reinen Bürotag einen meiner Kleiderschrankklassiker: Vogue 1027 aus braunem Punktejersey.

Hier im Blog vor ziemlich genau 2 Jahren schon einmal gezeigt. Heute nun aktuelle Fotos aus dem Büroflur:
Viel Neues gibt es zu dem Kleid nicht zu sagen, das Material ist zwar nicht mehr ganz so frisch, aber trotzdem immer noch absolut tragbar.
Meinei heutige Kombination entspricht der, wie ich das Kleid eigentlich immer trage. Was oder warum soll ich denn zu den tollen Punkten noch dazu tun? Die Stylingköniginnen würden da sicher was zaunern können, aber für mich liegt der Accessoirespielraum maximal im Bereich der Schuhe.


Aber genau diese Kombinationslosigkeit macht für mich den Reiz dieses Kleides aus. Einfach anziehen und gut ist.


Und ihr so? Auch beim heutigen MMM kann man sehen, wer was wozu kombiniert hat.

Sonntag, 5. Juni 2016

Let´s Rock Teil 1 Planung

Trotz aller klugen Vorsätze, aktuell keinen Sew Along mitzumachen, reihe ich mich zackbumm und mit einem Gruß an die langweilige Vernunft doch in den Sommer-Rock-Sew-Along auf dem MMM-Blog ein.

In meinem Stofflager befindet sich seit dem letztjährigen Sommerurlaub eine französische Flohmarkttischdecke, die vor dem diesjährigen Sommer unbedingt zu einem Rock verarbeitet werden möchte:

Die Tischdecke ist aus einem schön weich- und gleichzeitig schwerfallenden Baumwoll(misch?-) gewebe und damit wunderbar für einen weiten Rock geeignet. Aus diesem Grund habe ich die Decke damals für 3,-€ gekauft. Die Maße sind 1,20m x 1,45m. Das sollte bei meiner Kurzgröße gerade so für einen kniekurzen Rock ausreichen.
Da die vanillige Untergrundfarbe zwar schön, aber so gar nicht die Farbe ist, die zu meinem Hautton passt, will ich den olivfarbenen Rand als Abstandhalter auf jeden Fall mitverarbeiten.
Ich dachte an einen Faltenrock mit geradem Bund. In etwa so:


Auf diese Weise kann ich den die Tischdecke umlaufenden olivfarbenen Streifen einmal für den Saum und einmal für den Bundstreifen verwenden. Kann deshalb aber auch keine gerundeten Rockschnittteile verwenden sondern will wie folgt mit Rechtecken arbeiten:


- auf zwei gegenüberliegenden Seiten den olivgrünen Streifen für den künftigen Bund abschneiden
- das verbleibende Stück in zwei gleich große Rechtecke schneiden
- diese beiden Rechtecke in gefällige Falten legen. Die Anzahl der Falten ist mir noch nicht klar, die Faltentiefe würde sich dann in Abhängigkeit zur Faltenanzahl aus der zur Verfügung stehenden Breite der Rechtecke ergeben.
Die Faltenlegung würde ich gerne einfach mal ausprobieren, wenn ich die beiden Rockteile zu- bzw- abgeschnitten habe. Ich kann mir vorstellen, dass sowohl ein paar tiefe als auch viele schmale Falten gut aussehen können.

Ich bin auf all die geplanten Sommerröcke gespannt und freue mich -gleich nochmal viele ätschebätsche Grüße an die Vernunft- auf ein gemeinsames Rocken.

Mittwoch, 25. Mai 2016

MMM 10/2016 Mottotag "animal"

Animal und ich sind schon seit Ende meiner Kindheit enge Freunde.  Zumindest, wenn es um animalprint geht. Ein paar Teile Leo und Ozelotkleidung fanden und finden sich seit Jahrzehnten -unabhängig aller Modetrends- stets in meinem Kleiderschrank. Für mich ein absoluter Musterklassiker.
Ein paar ältere Beweisstücke gefällig?

Stellvertretend sind dies eine selbstgenähte, violett-schwarze Leoleggings mit ebenfalls selbstgenähtem Oberteil , ein Viscosehemd aus eigener Produktion sowie mein endlos heiß- und irgendwann völlig totliebter Ozelotfellmantel. (Flohmarktfund) Der Schlafzimmerblick täuscht, ich glaube das sollte damals cool aussehen...
Auch erinnere ich mich, dass ich Schneeleopard- und Giraffenmusterstoffe mit Stoffmalfarben selber hergestellt und zu Hosen und Oberteilen vernäht habe. (keine Fotodokumente dazu gefunden)


Immer wieder in all den Jahrzehnten habe ich mir dabei auch Gedanken gemacht, wo der zweifelsohne vorhandene Grat zwischen mondän zu billig verläuft. Mir dünkte immer mal wieder, dass es vielleicht etwas mit zuviel Orangeanteilen im Leomuster, mit minderer Stoffqualität oder gar einer Übersteigerung des prints durch Hinzufügen von Glitzer oder Tierkopfabbildungen sein könnte.
Aber immer wieder wurden diese Theorien durch reale Beispiele widerlegt. Letztlich kann ich einfach nur feststellen, dass es zum Glück einfach keine allgemein gültige Regel dafür gibt. Wär ja wohl auch zu simpel, denn sonst könnte ich ja auch die "Brigitte" fragen, ob ich mit 50 noch eine Schluppenbluse tragen darf. Oder?

Es kommt also wirklich immer auf das einzelne Muster und die Trägerin an, was edel und was billig aussieht.

Neu im Sortiment, oder zumindest in meiner Wahrnehmung sind Tiermotive auf meiner Kleidung. Ich habe mir in der Tat noch nie viele Gedanken gemacht, ob und welche Tiere auf meiner Kleidung als Motiv abgebildet sein dürfen oder nicht. Welche Tierdarstellungen sind stylisch, welche einfach zu kindlich? Ich hielt mich einfach nie für einen Tierchenmotive-Typ.
Ich bin deshalb -durch diesen Mottotag angeregt- ehrlich ganz erstaunt, wieviele Tiere sich so auf den aktuellen Kleidungsstücken in meinem Kleiderschrank tummeln.



Und dann hat auch meine neue Favoritenkleidanwärterin 2016 ein Tiermuster:




Zugvögel oder Wildgänse, kombiniert mit Schnitt Anna. Diesen Viskosestoff von Butinette habe ich zuerst bei Yvonet gesehen, die daraus eine wunderbare Pam-Bluse (LMV) genäht hat.

Das Zugvögelmotiv ist kein bißchen kindisch, im Gegenteil, er wirkt erwachsen und edel. Das kann Tier also auch.
Ich bin sehr gespannt, welche animalischen Er- und Bekenntnisse hier heute beim MMM-Mottotag "animal" noch so alle ans Tageslicht kommen werden.

Montag, 16. Mai 2016

Wenn sich einmal im Jahr eine Million Menschen durch meinen Kiez schiebt..

.....dann ist Pfingsten und damit der alljährliche Karneval der Kulturen in Kreuzberg.


Obwohl ich eigentlich keine Freundin von großen Massenpartys und Volksfesten (mehr) bin, mag ich diesen nunmehr zum 21. Mal stattfindenden Karnevalsumzug sehr. Das Gedränge hält sich entlang der Strecke in Grenzen, die Musik und die gutgelaunt feiernden und tanzenden Menschen sind immer wieder wunderbar. Und die Vielzahl der sich präsentieren Gruppen, Kulturen und Einzeldarsteller macht mir jedes Mal wieder klar, warum ich so unglaublich gerne in Kreuzberg lebe.
Und wie jedes Jahr gibt es ein neugenähtes Kleid zu diesem Anlass. Seit ich blogge sogar fotografisch dokumentiert, woraus sich dann auch die jeweilige Pfingstwetterlage ablesen lässt: 2013, 20142015.  und auch die mißlungene 2012
Meist sind diese Kleider ein klein bißchen bunter als meine üblichen Nähwerke, aber allesamt auch immer völlig alltagstauglich.

Diese Jahr gab es wetterbedingt wieder was mit Ärmeln. Und letztlich dann auch noch mit Strick-Esme ( leider gerade eigenhändig in der Waschmaschine vom Mantel zu einer langen Strickjacke geschrumpft ;((() und Stricktuch.

Und weil man auf diesem Foto natürlich kaum was sieht, habe ich noch Fotos für euch aus der warmen, trockenen und winddichten Wohnung:




Der Schnitt ist wieder ein Mix aus Vogue 1027 mit den Ärmeln vom Vogue 8379. Kürzlich hatte ich diese Kombi schon aus Strickstoff genäht (und erst im letzter Post gezeigt).
Dieses Kleid ist aus einem schweren Viscosejersey vom Maybachufermarkt.

Das Oberteil habe ich mit fleischfarbenem Flutschiflutsch gedoppelt, die vordere Kante geoverlockt, eingeschlagen und von Hand unsichtbar angenäht. Aus dem Flutsch habe ich bereits einen Unterrock.



Uns was macht ihr an diesem eher usseligen Pfingstwochenende?

Mittwoch, 4. Mai 2016

MMM 9/2016 Vogue mit Vogue gekreuzt aus Karinstoff

Das Kleid, das ich heute trage, ist ein ideales Übergangskleid. Unglaublich bequem und auf eine ganz wunderbare Weise kuschelig ohne allzu warm zu sein. Wird von mir seit ein paar Wochen fast dauerhaft getragen.

Der dünne, weiche Strickstoff sieht nicht nur nach Karin Dreikah aus, sie hat ihn mir als Gastgeschenk bei ihrem Berlinbesuch im März mitgebracht. Nochmal vielen lieben Dank, Karin.
Ich war hochmotiviert, diesen besonderen Stoff unbedingt noch in dieser Saison zu vernähen und kaufte deshalb gleich divenhaftes passendes Flutschfutter. Und nachdem mein Liebster, während ich zum Arbeiten ein paar Tage unterwges war, heimlich meine Stoffschere zum Schleifen weggebracht und mir wieder hingelegt hatte, war die Gelegenheit für den Zuschnitt gekommen. Auch hierfür vielen Dank. Obwohl er das hier wohl nicht lesen wird.
Mit einer stumpfen Schere wäre das Schneiden, besonders des Flutschfutters eine absolute Katastrophe gewesen. (Ich weiß, warum der Flutschstoffverkäufer so schwer geflucht hat)


Der weiche Strickstoff ist komplett mit dem Flutschjesery gedoppelt. So fällt das Kleid schön schwer und ist "komplett" anziehfertig. Ich mag diese Art der Dopplung sehr gern.

 Am Ausschnitt habe ich einfach beide Lagen zusammen geoverlockt und diese Kante einfach eingeschlagen und -wie die Säume auch- mit dreigeteiltem Zickzack festgenäht.


Der Schnitt ist eine unkomplizierte Kombination aus Vogue 1027 mit den Ärmeln von Vogue 8379.

Da ich nur 1,50m Stoff hatte, war klar, dass ich den Gürtelstreifen komplett zusammenstückeln muss. Beim Vogue 1027 mag ich, dass der Gürtel kein langes, loses Teil zum Umschlingen ist, sondern etwas kürzer und zwischen Ober- und Rockteil zwischengefasst wird.


Die Gürtelstückelung sieht man bei dem Muster praktisch kaum. Auch nicht bei Tageslicht im Garten. Oder nur mit ganz bösem Adlerblick. Den habe ich aber nicht mehr und freue mich, dass ich das Zuschnitttetris mal wieder gewonnen habe.
Die Ärmel liessen sich etwas unkonventionell im schrägen Fadenlauf neben die Rockteile platzieren.

Auf dem MMM-Blog begrüßt uns heute Dodo in einem herrlich bunten Rock. Den müsst ihr euch unbedingt anschauen. So einen Gute-Laune-Garanten kann man nicht kaufen