Mittwoch, 8. März 2017

MMM 2/2017 am Weltfrauentag

Hoffentlich sehen wir heute alle ganz viel "Pink".
Ninas Aufruf, den heutigen MMM für einen kleinen Women´s March zu nutzen bin ich gerne gefolgt.

In Ermangelung von Strickzeit habe ich mir für die heutige Aktion einen Pussyhat aus pinkem Jersey genäht. Dabei ein bißchen an der Paßform rumprobiert und nun habe ich eher Schlapp- als Katzenohren.

Dazu trage ich heute eine heißgeliebte Hose nach dem Schnitt Alexandria Peg Trouser von Named. Mit einem kurzärmligen Jerseyhemd (hier - bei der 12 Top challenge entstanden) und eine Kaufstrickjacke.




Die Hose ist definitiv kein Figurschmeichler, aber ich liebe sie heiß und innig. Sie lässt sich unglaublich vielseitig kombinieren und ist saubequem.



Mittelprächtiger Sitz am Po, trotz zugefügter Abnäher


 Der Nadelstreifenstoff hat Stretch!



Und ihr heute? Pink, Schwarz oder Lila?

Sonntag, 5. März 2017

Tücher stricken Teil 5: (Un)Fringed

Meine Mutter wünschte sich ein Stricktuch von mir. Sie hatte eine Vorstellung von einem "schönen" Tuch und zu welcher Jacke das Tuch passen sollte. Den Rest durfte ich festlegen.
Ich schlug ihr das Tuch "Fringed" von Stephen West vor. Aber sie wollte auf keinen Fall Fransen.
Geht ja zum Glück auch ohne. Ich habe das Tuch einfach ein paar cm breiter gestrickt. Oder würde man -entsprechend der Strickrichtung- länger gestrickt sagen?

Ich wählte Farben, die bunt sind und zu der dunkelbraunen, ganz dezent orange-lila schimmernden Jacke passen würden.


Zu der dunkel- und mittelbraunen Baby Merino von drops kombinierte ich u.a. zwei bunte Mohairwollen von Wolle Rödel.



Da die Fransen wegfallen mussten, wollte ich ein paar mehr bunte Streifen als im Original stricken.
Nach dem Waschen und Spannen und vor dem Fäden vernähen

Das entspannte Stricken in kraus rechts hat großen Spaß gemacht. Die Streifenfolge gelang mir aber nicht gleich von Anfang an.
Zum Glück traf ich -unglaublicherweise und whatsapp sei Dank- Yvonet in einem ICE von Berlin nach Düsseldorf. Nachdem wir die halbe Strecke schon in zwei nebeneinanderliegenden Wagen verbracht hatten, half Sie mir auf dem zweiten Streckenabschnitt beim Auftrennen des ersten Versuchs.
Der zweite Anlauf ist dann gelungen und nicht nur meiner Mutter gefällt es sehr. Bei jedem Umschlingen des Tuchs ergeben die Streifen einen anderen Effekt.


Anleitung über ravelry.

Mittwoch, 1. März 2017

MMM 1/2017: Magnum lässt grüßen

Es ist Mittwoch und ich bin endlich auch mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei.
Und obwohl ich in letzter Zeit fast nicht mehr zum Nähen gekommen bin, habe ich sensationellerweise trotzdem etwas Neugenähtes zu zeigen. Also einen neuen Rock nach einem alten Schnitt.- im Sinne von altbewährt. Hollyburn goes eben immer.


Für diesen Rock und einen dringend mal wieder freigenähten Kopf hatte ich mir ein sportliches Zeitfenster freigeschaufelt. Und mir geradezu manisch diesen gefütterten Rock genäht. Wieder mit Formbund und ohne die Mittelnähte.

Ich hatte letzte Woche beruflich in Barcelona zu tun und die Chancen für einen anhängenden freien Tag standen gut. Voller Hoffnung auf gutes Wetter und ein bißchen Sonne brauchte ich für diesen Tag natürlich unbedingt etwas Frühlingshaftes.


Den Stoff hatte ich vor ein paar Jahren mal bei einem kleinen DaWandashop aus Maui bestellt.  Es handelt sich also um einen echten Hawaiistoff (wo auch immer er hergestellt wurde....). Schöne glatte Baumwolle, für den Hollyburn fast nicht schwerfallend genug.


Das Wetter spielte tatsächlich mit und ich konnte mit den Füssen im Mittelmeer baden. Ein tolles Gefühl, endlich wieder barfuss draußen laufen zu können.


Mema stellt sich gerade wieder eine kleine, feine Reisegarderobe zusammen. Farblich durchgeplant und sehr durchdacht. Als Gastgeberin auf dem MMM-Blog zeigt sie uns heute ihre ersten fertigen Stücke. Die machen richtig Frühlingslaune.

Sonntag, 5. Februar 2017

Vulpes vulpes deco - der Zierfuchs


Als ich im Herbst beruflich in Stuttgart zu tun hatte, ergab sich unverhofft ein halber freier Tag.
Ich hatte nichts Spezielles vor, lasse mich in solchen Situationen oft einfach durch eine fremde Stadt oder Örtlichkeit treiben. Aber manchmal befrage ich auch ganz unbedarft das Internet nach "Stoffe kaufen in XXX".
Und diese Suche war für Stuttgart äußerst ergiebig, in der Gegend rund um mein Hotel wimmelte es von Stoffgeschäften. Das kann kein Zufall sein, oder?


Es war somit sicher auch kein Zufall, dass ich in allen Geschäften fündig wurde und letztlich vor meinem beruflichen Termin erstmal noch zum Hauptbahnhof musste, um die Tüten in einem Schließfach zu deponieren.
Mein Stoffegschäftehighlight war Esro-Jersey (Rothebühlplatz 31- unbedingt in das UG gehen!!!)) mit einer großartigen Auswahl in verschiedenen Preisklassen und u.a. auch Maison Victor-Originalstoffen.
Meinen Zierfuchs fand ich allerdings bei Stoff-Ideen (Sophienstr. 28). Ein herrlich kuscheliger Webpelz, aus dem ich mir am liebsten einen ganzen Mantel genäht hätte- wenn da der Meterpreis nicht gewesen wäre. Für einen Meter Zierfuchs hätte ich gefühlt den halben Maybachufermarkt kaufen können....So erstand ich also nur einen 30cm breiten Streifen ;(((

Diesen habe ich zu einem 1,40m langen Fellschal mit Innenfutter vernäht -in Anlehnung an einen geliebten, aber mittlerweile in Tochterbesitz gewechselten Kaufschal von Zara.

Ein bißchen Hemmung hatte ich vor dem Zerschneiden des langflorigen Fells - das Fusseldesaster beim Abschneiden bei "Stoff-Ideen" noch vor Augen.
Die 30cm Breite konnten zwar komplett bleiben, aber die kurzen Kanten des Streifens wollte ich auf jeden Fall gerne abrunden.


Ich hatte von einem pensionierten Kürschner auf dem Maybachufermarkt mal den Tipp bekommen, Fell und Webpelz mit einer Rasierklinge und nur von unten an der Trägerschicht zu schneiden, damit die Haare nicht zerschnitten werden. Das habe ich hier nun zunächst mit einem Messer versucht. Letztlich aber dann mit einer kleinen Schere in Minischnitten gearbeitet. Was tatsächlich so gut wie fusselfrei funktionierte.
Der Originalschal hat einen innenliegenden, mit Futter verstürzten Schlitz, durch welchen man das andere Schalende stecken kann. Ich habe leider in meiner Vorstellung keine funktionierende Methode gefunden, ein solches Loch bei gleichzeitiger Verstürzung der Außenkante hinzukriegen. Nicht einmal mit Kochlöffel und Co. Und auf endlos lange Handnähte von außen hatte ich bei diesem Fell auch keine Lust.
Schlitz beim Zara-Kaufschal an Tochter


Da ich aber unbedingt eine "Verschlussmöglichkeit" haben wollte, bin ich auf eine Lasche zum Durchstecken aus Futterstoff ausgewichen.

Beim Verstürzen gleich mit angenäht.


Der Fellschal hält auch ohne die Verwendung dieser Lasche, aber ab und zu benutze ich sie, meist wenn ich beide Hände frei haben und mich viel bewegen will. 


In der Realität kann sich der Schal beim Verwenden der Lasche etwas drehen und im schlimmsten Fall sieht diese Lasche dann so aus:


Dieser Schal hat mich in diesen Winter schon viel begleitet, denn er wärmt ungemein. Man kann mit ihm eine ganze Winternacht hindurch am Feuer sitzend verbringen (huhu Lotti!) oder -als Ersatz für den alljährlichen Snowboardurlaub- durchs eiskalte Budapest wandern. Und in zugigen Zügen ist er soweiso schon meine letzte Rettung gewesen. Dank der tollen Webpelzqualität lädt sich der Schal nicht elektrisch auf, das wäre fürchterlich.


Und da ich gerade Budapest erwähne, habe ich auch noch einen Tipp: Die ungarische Nationalgalerie MNG auf dem Burgberg. Das Gebäude, der Ausblick und natürlich vor allem die beeindruckende Gemäldesammlung sind großartig. Ich war natürlich auch hier MeMade unterwegs, (mit Hollyburn und Standardshirt), will euch dieses Foto aber nicht wegen meiner Klamotten sondern als Apetithappen für das Museum zeigen.


Freitag, 6. Januar 2017

Herrmann im Januar: Hausmantel

Die Damen des Hauses kleiden sich ja schon kurz nach dem Aufstehen stilvoll in seidengefütterte Balkonmäntel (hier, hier und hier). Während das den jüngeren Herrn des Hauses herzlich wenig interessiert, war der ältere Herr des Hauses lange Zeit neidisch auf diese Hauskleidung, mag er seinen gekauften Frotteemantel zwar in der Sauna aber nicht am Frühstückstisch tragen. Zugegeben er hat Recht. Hatte Recht. 
Denn seit ich im Herbst endlich alle Zutaten farblich passsend zusammengekauft hatte, gibt es auch eine Männervariante nach dem gleichen Balkonmantelschnitt. Einfach etwas vergrößert und verlängert.
Und um tolle große Taschen ergänzt.


Der Außenstoff ist ein angenehmes Mischgewebe.


Die Blende ist aus einem kräftigen, dezent gestreiften Jersey.


Mein Glücksfund war der Innenstoff aus einem tollen, qualitativ hochwertigen Jersey. Zwar leider keine Seide, dafür aber mit Fröschen drauf. Alles in den gleichen Farben wie der Karoaußenstoff.

Hier der Schnitt: Kinderottobre  6/ 2011, in der Größe 170



Monika hat auch 2017 wieder mit ihrer Aktion "Herrmann -Genähtes für den Mann"  gestartet und zeigt eine tolle, genähte Walkmütze. Danke für diese Inspirationsquelle. Ich freue mich, dass ich auch mal wieder was "für den Mann" zu zeigen habe.


Donnerstag, 29. Dezember 2016

WKSA Finale!

Während sich alle anderen Mitstreiterinnen schon längst beim Finale auf dem MMM-Blog versammelt und ausgetauscht haben, komme ich hier auch mit meinem Post noch schnell hinterhergerannt. Bilde also das Schlusslicht. Muss ja auch eine machen.

Prost und vielen Dank an Yvonet und Dodo für das liebevolle und umsichtige Hosten.
Wie ihr seht, ist mein Kleid fertig geworden.


Allerdings ließ mich das Gefühl, einen simplen Schnitt gewählt zu haben, nach dem erfolgreichen Zusammenfügen des Korpus etwas sehr nachlässig werden. Ihr kennt das vielleicht, "Fehlen ja NUR noch Saum und Ärmel..." ? Dazu kam eine allgemeine Vorweihnachtserschöpfung und familiäre Turbulenzen. Und schon wurde es verdammt knapp.

Nachdem ich den Stoff mit Gimp hin- und hergeschoben hatte und von euch aufschlussreiche Kommentare bekam (vielen lieben Dank!), war ich mir aber leider immer noch nicht sicher, wie ich das indiskrete Muster nun letztlich anordnen sollte. Am Ende habe ich mir den Stoff umgewickelt und diesen so lange gedreht,  rauf- und runtergeschoben und mich vor und zurückgebeugt bis ich mich darin vor dem Spiegel wohl fühlte. Nicht jede Mustertücke konnte dadurch verhindert werden. Aber im Großen und Ganzen fühlt sich die Verteilung beim Tragen gut an.


Die beiden Rückenteile habe ich spiegelverkehrt jeweils einzeln zugeschnitten. Und mit einem Nahtverdeckten verbunden. Den ich überhaupt nicht benötigt hätte, da ich das Kleid auch einfach so an- und auszuziehen kann. Ganz ohne Reißverschluss-selber-zuzieh-Akrobatik.


Die Musterfortführung an Ärmeln und Schultern ist mir einerseits super gelungen. Beim Muster setzen sich einzelne Federkiele (oder sind es Haifischzähne? Käferfühler? Stachelschweinstachel?) über drei Schnittteile erstklassig fort. Andererseits gibt das helle Wildgemusterte den Schulterpartien tendenziell auch etwas Bauschiges.



Zu einem Etuiklied trägt die Dame von Welt ganz sicher auf gar keinen Fall niemals nie Stiefel, aber mir war einfach nicht nach eleganterem Schuhwerk.


Ein frohes Fest wünsche ich euch gehabt zu haben.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

MMM 23 / 2016 Vortanzen in Jerseybluse an Webstoffrock

Das Bekenntnis zu Webstoff oder Jersey scheint die Nähcommunity in zwei große Lager zu teilen. Nur ein Bruchteil von uns näht und trägt beides gleichermaßen gern, oder?
Während man als Klamottenkäuferin natürlich nehmen muss, was der Markt im Angebot hat, stehen uns Nähnerdinnen zur Entfaltung der persönlichen Lieblingsmaterialfrage ganz andere Möglichkeiten offen. Für uns macht die Frage "Webstoff oder Jersey" absolut Sinn.

Ich bin "Jersey". Ganz eindeutig sind meine liebsten und am meisten getragenen Klamotten bzw. Oberteile aus Jersey. Maximal aus elastischem Webstoff. Ich mag die Bequemlichkeit und das Nicht-bügeln-müssen. Ich kann meine Jerseykleider übereinandergestapelt im Schrank (oder auf der "chairdrobe", also dem Stuhl davor) lagern und brauche sie nicht auf Bügel zu hängen. Das Reisetasche packen geht einfach und schnell. Das mag ich alles sehr.
Ich kann aber auch nachvollziehen, was an stabilem Webstoff schön ist. Wie er ganz anders umhüllt, viel angezogener rüberkommt, die Trägerin zu mehr Haltung animiert, etwas Beschützendes vermittelt. (Hab ich was vergessen bzw nicht erkannt?) Bisweilen, aber eher selten, mag ich das auch.

Bei Röcken und Hosen ist Webstoff für mich problemlos, aber obenrum werde ich "eigen". Denn was nützt mir die schönste Klamotte, wenn ich meine Arme nicht frei und spontan genug bewegen kann. Wenn ich vor oder nach jeder Armhebung daran denken muss, das Kleid oder Oberteil erst durch eine Art Vorbereitungsbewegung anders und danach wieder neu zu richten. Ganz zu schweigen von solchen Ärmeln, die im Falle einer Armvorwärtsbewegung sowieso gleich jegliche Blutzufuhr unterbinden. Das kann im Ernst niemand schön finden oder überhaupt freiwillig ertragen,  sonstiges Tragegefühl hin oder her.
Und so denke ich manchmal. dass es bei der Frage nach Web- oder Jerseystoff vielleicht gar nicht um eine Haltung bei der Angezogenheit, sondern vielleicht um unterschiedliche Körpertypen geht. Gibt es vielleicht Menschen, die einen anderen Bewegungshebel an Armen oder Schulter haben als andere? 
Trotzdem ich also obenrum lieber Jersey haben mag, will ich nicht immer nur T-shirts tragen. Eine richtige Bluse mit Kragen macht manchmal eben einfach ein bißchen mehr her.



Seit ich nach verschiedenen, aber nie bis zur Serienreife vorgedrungenen Modellversuchen vor kurzem eine Jerseyluse nach einem Knip-Kleiderschnittoberteil nähte (hier gezeigt) bin ich geradezu euphorisch besessen von der Idee, mich endlich mit solchen Jerseyblusen einzunähendecken.


Und heute zeige ich euch mein bislang liebstes Modell aus einem vor Monaten genau zum Zweck einer solchen Bluse gekauften Jersey von Westfalenstoffe (gibt es noch immer ziemlich günstig hier). Zusammen mit einem schwarzen Hollyburn (hier).
Mit dem Blumenstraußjersey hätte das auch alles sehr albern werden können, da war ich im Vorfeld etwas unsicher. Aber das Ergebnis finde ich für mich einfach großartig.


Hier kommen jetzt ein paar Details:
Der Schnitt ist aus der Knip bzw Fashion Style, der bei mir fast ohne Änderungen auf Anhieb gut passte.

Ich vermeide bei Jersey gerne potentielle Gefahrennähte. Und verzichte deshalb u.a. auch möglichst komplett auf Knopflöcher. Manchmal gelingen die Löcher, wenn das Jersey-Nähglück hold ist. Aber es kann eben auch in großen Katastrophen in der Endphase eines Projektes enden.


Da die Bluse elastisch ist, habe ich die Knöpfe wieder einfach nur aufgenäht. Und ziehe die Bluse einfach wie ein T-Shirt an.


Die vordere Blende habe ich angeschnitten und verbreitert. Da das Revers ja immer offen bleibt, ist das weiße Innere dann nicht sichtbar.





Und ihr? Webstoff oder Jersey? Wer sich welche Materialträume erfüllt hat, kann man auf dem MMM-Blog sehen. Ich darf dort heute Gastgeberin sein.