Freitag, 24. Juli 2015

Das Burdalappenkleid

Als ich vor einigen Jahren eine kurze japanische Nähphase hatte, entstand durch das Ausleihen der entsprechenen Bücher nicht nur meine Freundschaft mit Catherine sondern auch ein Kleid Hängerchen, welches mich seitdem die ganz, ganz heißen Sommertage hat überstehen lassen:


Kein Kleid für ein Date oder eine coole Party, aber wenn es so richtig heiß da draußen ist und ich trotzdem eher bedeckt aus dem Haus gehen möchte ist dieses formlose Hängerchen aus Seersucker immer genau das richtige gewesen. Es ist überall weit und lässt dadurch auch überall Luft durch.

Mittlerweile träumte ich von einem würdigen Esatz für dieses in die Jahre gekommene Teil. Einen tollen Viscose-Vichykarostoff hatte ich vor 2 Jahren von Monika und Tina geschenkt bekommen. Und in der Burda 3/2015 war ein Schnitt, dem ich dieselben luftigen Eigenschaften zutraute wie dem japanischen Klimawunder.
Modell 110 Burda 3/2015
Das rot-blaue Hawaiimuster hat mich sofort in den Bann gezogen. Gleichzeitig war mir bei Betrachten der Schnittmuszerzeichnung aber auch sofort klar, dass Burda beim Fotografieren ganz sicher mit Wäscheklammern im Rücken gearbeitet hat. Der formgebenden Rest wurde durch den geschickten Einsatz der Handtasche erledigt. Das Kleid ist natürlich keinesfalls tailliert!!!

Die eigentlich klar erkennbar sehr breite Schulterpartie (Yvonne hat das gleich bemerkt)  habe ich auf dem Foto aber trotzdem nicht wahrgenommen, sondern erst beim Nähen mit viel Anpassungsspaß verflucht.

Das Kleid ist also ein absolut gerade geschnittenes, im Rücken in Falte gelegtes Hemdblusenkleid mit einem rechteckigen Lappenteil an einer Seite!

Je nachdem wie stark dieser Lappen aufklappt oder -weht erscheint das Kleid schmaler oder weiter.

Ursprünglich hatte ich auf beiden Seiten die Lappenteile darn, das fand ich beim Zuschnitt einfacher. Am Kleid gefiel mir das Assymetrische dann viel besser.


Der leicht gecrepte Stoff trägt sich nicht nur absolut herrlich, sondern liess sich auch problemlos waschen und nähen, was ja nicht auf alle Viscoesstoffe zutrifft (hier bei Lucy findet man eine tolle Sammlung von Verarbeitungstipps für Viscose)
 Und weil sich das Kleid so toll tragen lässt, kommt hier jetzt eine kleine Bilderflut vom windigen Flugfeld:





 Und für euch habe ich im Windkanal auch getestet, wie weit der Lappen auffliegen kann.



Der Wind schafft es, einen halben Oberschnekel freizulegen, aber das passiert nur ganz selten. Selbst beim Fahrradfahren fühle ich mich nicht entblößt.

Und die von Burda beim Titelmdell gezeigte Variante mit Gürtel funktioniert tatsächlich auch. Ich denke, man kann die Silhouette erkennen, obwohl mich hier der Autofokus meiner Kamera im Stich gelassen hat:

Kommentare:

  1. Im Heft fand ich das Modell, eben wegen des seiltlichen Lappens, ja eher merkwürdig.
    Aber ich muß sagen, dein Kleid und die vielen Bilder zeigen ein richtig hübsches und luftiges Kleid und das seiltliche Stoffteil sieht auch nicht so aus, als wäre da ein Stück beim Zuschnitt vergessen worden, sondern fügt sich als interessantes Detail gut ein. Doch, ich bin sehr angetan; wobei es ja immer ärgerlich ist, wenn man den Schnitt noch anpassen und verbessern muß, bis alles sitzt, wie es soll.
    LG von Susanne

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  2. Ich freue mich wirklich, dass du das Lappenkleid für mich getestet hast, denn das fand ich auch irgendwie immer interessant. Gut zu wissen, wie es fällt. An sich wäre das ja das perfekte Urlaubsteil! Wenn nur die Viskose nicht so knittern würde... Siehst jedenfalls supersommerlich aus! Die Kombi mit Gürtel finde ich auch toll!
    Jetzt mag ich das auch.
    Liebste Grüße,
    N

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  3. Dieses Kleid hätte ich auch gerne für mich genäht, war aber skeptisch . Ja, das Kleid müsste ich wirklich machen . Danke fürs probetragen ;) An echten Menschen sieht man s besser .

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  4. Oh, toll, das gefällt mir wider Erwarten sehr sehr gut! Also wider Erwarten, weil ich den Schnitt sofort für mich ausgeschlossen hatte - des Lappens wegen - aber an dir gefällt mir das jetzt doch sehr... ich bin immer wieder positiv überrascht, dass für mich zunächst völllig unakzeptable Burdaschnitte an echten Menschen viel besser aussehen (da macht Burda offensichtlich einiges falsch).
    Das sieht toll und luftig und trotzdem nicht formlos aus.
    Ich hab mir auch vergangene Woche ein weites luftiges Kleid nachgenäht, diese lockeren sind in der großen Hitze einfach unschlagbar.
    Grüße aus dem noch heißeren Süden,
    frifris

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  5. ich auch !!!! lappenfan !!! und auf jedem fottto andere Schuhe - SO MUSS DAS, frau kreuzberger
    die ihre in ihren neuen l`autre chose

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  6. Tatsächlich, das Kleid - im Burda mit Stirnrunzeln betrachtet - ist tragbar und sogar irgendwie schick und modern. Sehr schöne Rückenpartie!
    Als Hitzevariante würde ich das Japanische trotzdem vorziehen.
    Gürtel und Kragen wären für mich bei 33 Grad aufwärts jenseits von luftig-leicht.
    Die jap. Variante in einfarbigem Stoff würde ich vorziehen.
    Liebe Grüsse nach Berlin, Ly

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  7. Ach, schön! Danke für das Zeigen und Nicht-Aufgeben! Wie die anderen KommentatorInnen, rief der Schnitt eher ein Stirnrunzeln hervor, auch die Variante mit Hawaimuster war nicht so meins, und das Titelbild habe ich gleich als "getuned" dismissed. In Deiner Variante mit Vichy-Karo gefällt es mir wirklich sehr gut - auch mit Gürtel.
    (Noch ein Schnitt für die Liste)

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  8. Ich gebe zu, ich habe den Schnitt bisher eher skeptisch beäugt, aber mittlerweile gibt es immer mehr schöne Kleider nach diesem Schnitt zu bewundern. Deine asymmetrische Variante finde ich sehr gelungen. Mir gefällt die Tragevariante mit Gürtel sehr gut! Tolle Fotos!
    Viele Grüße
    Friedalene

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