Montag, 18. Februar 2013

Liebe Tante Dete,

ich bin noch nicht fertig mit dem Jäckchen.


Ich weiss, dass du sehr streng sein kannst, denn es hat sich bis ins Berliner Urstromtal  herumgesprochen, dass du schon einmal ein kleines hilfloses Mädchen, das dir anvertraut worden war nach deinem Gutdünken erst in die Berge, dann in die Großstadt und wieder zurück in die Berge verfrachtest hast.
Ich sag dir gleich, ich will und geh hier nicht weg! 


Ich weiss, ich war nicht immer artig* mit dem Stricken. Ich habe fremdgestrickt, ausser Haus genäht, mich manchem Mußiggang hingegeben. Aber ich lass mich trotzdem nicht von dir hier wegholen.

Ich weiss, ich habe auch nicht artig das vorgegebene Material verwendet. Ich habe einfach verschiedene und auch andere Wolle benutzt. Und sogar ZWEI Knäule aus meinem Vorrat!


Ich weiss, ich habe mich auch nicht genau an die rebecca-Anleitung gehalten. Nein diese vielen Fäden sind meine Sache nicht. Wann und mit welcher Geduld müsste ich die alle vernähen? 

Ich weiss, ich habe nicht einmal einen Kuchen, um dich zu beschwichtigen. Und Dete, guck besser auch weder in Ecken noch auf  Schränke oder Türrahmen. So was kann ich ja überhaupt nicht leiden!

Ich weiss, ich habe bislang auch noch keine zünftigen Kombiteile, ja nicht einmal realistische Ideen dafür. Ich habe den Maybachufermarkt wieder und wieder abgesucht. Keine Chance, es scheint derzeit keine petrol- oder reinrotfarbenen Stoffe zu geben....

Einzig dieses bescheidene Kunstfaserstöffchen konnte wenigstens annähernd den Farbton der Wolle treffen.

Und oh Frevel, ich weiss, ich habe auch noch keine passenden Schuhe gekauft!!!

Also Dete, entweder lässt du dich jetzt hier mit meinem Frühwerk an Bauernmalerei bestechen oder gehst einfach mit leeren Händen zurück nach Frankfurt! Basta!

Dachbodenfund: frühes Werk der Wiebke, geschätzt frühe 70-er des 20. Jhrdts

Ich bin nämlich ziemlich glücklich mit dem, was ich bisher gestrickt habe. Und ich habe mich entschieden, eine für mich fast neue Technik auszuprobieren.
Und das kam so: Ich hatte regen Austausch mit zwei anderen und viel, viel schneller strickenden Heidi-Infizierten und wusste somit schon im Vorfeld, dass das Muster sehr fadenreich werden könnte. Also habe ich die hier schon einmal kurz angewandte Methode mit dem Zerschneiden eines in Runden gestrickten Jackenkörpers diesmal RICHTIG gemacht: Steeks, schaut zur Erklärung auch mal hier.

Und so sehen meine Teile deshalb jetzt aus:
Der Jackenkörper: Schnitt an der vorderen Mitte

 Der Jackenkörper; Schnitt am Armausschnitt

Die beiden gemeinsam in Runden gestrickten Ärmel:
 Schnitt an der Ärmelnaht.

Wie schon in meinem post zur geringelten Jacke empfehle ich, bei Ingrid zuzuschauen, wie sie ihren herrlichen Fair-Isle-Pulli zerschnitten hat. Das kann keine besser beschreiben:
Hinterm Ärmelloch gehts weiter
Wie geht es eigentlich dem....
Schnipp schnapp steek ab


Tante Dete, wo warst du schon überall ? Wen hast du schon belästigt? Hier kann man in Detes Beschäftigungsnachweisliste nachschauen.


* DAS Schlüsselwort meiner Kindheit. Als ich es demletzt spaßeshalber mal erwähnte, wussten meine Kinder nicht einmal, was dieses Wort bedeutet. Grmpf!!!

Kommentare:

  1. Sollte ich nochmal sowas stricken, muss ich die Geschichte mit den Steeks ausprobieren. Sieht toll aus Dein Jäckchen.
    L.G. Ute

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  2. Oh, da bist du ja. Hab dich schon vermisst. Ehrlich gesagt habe ich vermutet, daß dein Jäckchen schon fertig ist. Bis hier sieht es sehr gut aus, das mit dem Steek muß ich mir mal genauer anschauen. Nach meiner Blogrunde habe ich nämlich Pläne für weitere Heidi-Projekte.
    L.G.

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  3. Ich bin zwar nicht Tante Dete, aber ich finde Du warst sehr sehr artig beim Stricken.
    Eure Heidi-Jäcken sind sowas von schön!
    Die Technik gestricktes aufzuschneiden hat mich bei Deinem Ringeljäckchen schon fasziniert.
    ganz herzlich Judika

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  4. Mein Gott Wiebke ! Du warst aber reichlich unartig ( siehst Du , ich kenn das auch ;) ) mit fremdstricken und so ... andererseits sollte Tante Dete mit dem jetztigen Ergebnis genauso wie Du sehr zufrieden sein ! Und nein , lass Dich bloss nicht wegbringen , weder in die Berge , noch nach F ;)
    Ist superschön geworden , Deine Heidi , und ich bin sicher , sie wird Dir grossartig stehen .
    LG Dodo ( die jetzt auch eine wunderbare Mütze hat . Danke ! )

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  5. Toll schaut dein Jäckchen schon aus und ich finde du bist schon sehr weit.
    Nebenbei hast du mich ganz neugierig auf die Steek-Technik gemacht. Aber verstanden habe ich es noch nicht ganz. Strickt man den Steek einfach nur glatt rechts und sichert die Masche neben dem Schnitt? Ich hätte verdammt Angst das das aufgeht.
    lg Andrea

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  6. Schön sieht es aus dein Jäckchen, auf die Schneidetechnik bin ich ja mal gespannt. So mutig bin ich nicht.
    LG Mirella

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  7. Schöner Post, hihi. Dafür dass Du sooo unartig warst, hast Du doch schon schön was geschafft und schön aussehen tut es noch dazu. Ich beneide Dich um die nicht vorhandenen Fäden :-(
    Liebe Grüße
    Tina

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  8. Die Idee, die Ärmel doppelt in Runde zu stricken finde ich ja grenzgenial!!!!!!!!!!!Toll. danke.
    Und hübsch weiter fleißen.
    Petrolfarbene Grüße karen

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  9. Das wird schön! Aber ich verstehe nicht so gut was das vorteil ist um die ärmel doppelt rund zu stricken. Sie sollen nach das schneiden doch wieder zusammen genäht werden?
    Vrolijke groet, Karen

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    1. Ich kann dann bequem mit einer Rundnadel alles mit rechten Maschen stricken. Man könnte die Ärmel auch komplett mit einem Nadelspiel stricken, da hast du Recht. Ich finde das nur oft sehr fummelig mit den vielen kurzen Nadeln
      LG

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  10. Ah, weil ich es wirklich nicht mag um strickteile zusammen zu nähen, habe ich übersehen das alles recht stricken auch ein vorteil ist... Ich habe nadeln mit separate seilen die man kan wechseln (ich weiss das deutsche wort nicht) mit auch kurze seilen von 25 cm und die kann man schnell wechseln mit ein nadelspiel.
    So haben wir allen unsere losungen fur unsere "probleme".
    Schöne abend!

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